bodycheck

 

Der Titel bodycheck reflektiert jene Handlungsebenen, Wechselwirkungen und Transformationsprozesse, die im Beziehungsgeflecht zwischen Menschen und den Dingen, die sie umgeben entstehen und sich auf alle beteiligten Akteure in diesem Netzwerk auswirken. Der so entstehende Resonanzraum wird in der empfindsamen Skulptur thematisiert, die aus architektonischen Elementen als Bild und Mittel der Abgrenzung, wie Wände und Böden, gestaltet ist. Besucher*innen, die sich der Skulptur nähern, treten mit ihr in Beziehung und stellen fest, dass die scheinbar undurchlässigen Wände empfindsam sind und auf Nähe reagieren. Sie nehmen auf, was sie umgibt und geben mit ihren spiegelnden Oberflächen und vitalen akustischen Reflektionen wieder, wie sie ihre Umgebung wahrnehmen. Es entstehen überraschende Perspektivwechsel in eine andere Art des Seins, als die uns bekannte. Die Wände beginnen zu atmen, wenn sie elektromagnetische Felder in ihrer Umgebung ausfindig machen. Sie resonieren die Nähe eines Gegenübers (m/w/d), aber stets sind nicht nur der unmittelbare, sondern auch der benachbarte und der nicht sichtbare Umraum sowie die darin existierenden Dinge und Personen Teil der Arbeit bodycheck und andersherum.

Das Erleben der Resonanz des eigenen Selbst im dinglichen Gegenüber und stellt anthropozentrische Perspektiven auf den Kopf und verortet uns Besucher*innen in einem Netzwerk aus sich gegenseitig bedingenden lebendigen und nicht – lebendigen Akteuren, die sich keiner Hierarchie bedienen. Die partizipative Arbeit aus leitfähigen Materialien und Sensoren macht den sich gegenseitig beeinflussenden Resonanzraum zwischen Materialien und Menschen audiovisuell erlebbar. Begegnung
wird zur ästhetischen Praxis und evoziert die Erfahrung des Miteinanderverbundenseins. Je länger ich mich in der Nähe der Skulptur aufhalte umso stärker spüre ich, wie sich der Rhythmus meines Herzschlags anpasst auf den Herzschlag meines Gegenübers, der Skulptur.

bodycheck wurde gefördert durch die Bauhausuniversität Weimar.